31.03.2017 | Kategorien TEC News

Delegationsbesuch von TEC-Professoren in der Ukraine

Inspirierende Partnerschaft mit Nationaler Bergbauuniversiät

Von: tec/pr-krk, Max Alber

Delegationsbesuch von TEC-Professoren in der Ukraine

Zeitraum 15. – 18.02. 2017

Reisende: Prof. Dr.-Ing. Gerhard Gruhler, Prof. Dr.-Ing. Gernot Schullerus, Prof. Dr.-Ing. Frank Truckenmüller; Prof. Dr.-Ing. Ertugrul Sönmez, Max Alber

Im Februar 2017 reiste eine Delegation von vier Professoren und einem Mitarbeiter der Fakultät Technik zum Besuch einer Partnerhochschule in die ukrainische Industriemetropole Dnipro. Sollte dem Leser dieser Name nicht geläufig sein, besteht noch kein Grund, an den eigenen Geografiekenntnissen zu zweifeln: die viertgrößte Stadt der Ukraine (ca. 1.5 Mio Einwohner) wurde erst kürzlich im Zuge einer landesweiten Initiative, nach Staats- und Parteifunktionären aus der Sowjetzeit benannte Städte und Straßennamen zu ändern, von Dnipropetrovsk in Dnipro umgetauft.

Zwischen der Fakultät Technik und der Nationalen Bergbauuniversität der Ukraine besteht bereits seit Ende der 1990er Jahre eine intensive Zusammenarbeit. Die Kooperationsaktivitäten mit Schwerpunkt Mechatronik umfassen Forschungs- und Studienaufenthalte von Studierenden, Doktoranden und Wissenschaftlern in Laboren der Fakultät Technik, gemeinsame wissenschaftliche Publikationen, gemeinsam betreute Promotionen, Gastdozentenaufenthalte in der Ukraine und mehr. „Es freut mich sehr, dass mich erstmals seit Bestehen der Partnerschaft mehrere Fachkollegen begleitet haben. Das ist ein Meilenstein für die weitere Zusammenarbeit mit der Nationalen Bergbauuniversität“ so Professor Gerhard Gruhler, Vizepräsident der Hochschule für Forschung, der die Kooperation mit initiiert hat und seither in regelmäßigen Abständen in die Ukraine reist.

Empfangen wurde die Delegation mit wertschätzenden Worten des Rektors der Bergbauuniversität, Prof. Pivnyak: „Ihr Besuch zeigt die über viele Jahre gewachsene enge Freundschaft und Verbundenheit zwischen unseren Hochschulen. Für die Zukunft sehe ich zahlreiche gemeinsame Kooperationsprojekte, die unsere Partnerschaft noch stärker und vielfältiger machen werden“.

Im Rahmen des mehrtägigen Aufenthalts in Dnipro lernte die Reutlinger Delegation Labore und Projekte verschiedener Forschungsbereiche der NBU kennen und tauschte sich intensiv mit Professoren und Studierenden aus. „Es hat mich sehr beeindruckt, wie die ukrainischen Studierenden und Wissenschaftler mit sehr viel Erfindungsreichtum und Engagement Forschungsprojekte umsetzen. Im Rahmen unserer Hochschulkooperation können wir wertvolle Beiträge zum Wissens- und Technologietransfer in die Ukraine leisten. Gleichzeitig profitieren wir als Hochschule Reutlingen aber auch sehr von den Beiträgen der Ukrainerinnen und Ukrainer zu Forschungsprojekten“, so Ertugrul Sönmez, Professor für Halbleiterschaltungstechnik und Auslandsbeauftragter der Fakultät Technik.

Das Programm an der Partneruni beinhaltete zudem Fachvorträge der Reutlinger Professor Gruhler und Truckenmüller vor Studierenden und Professoren zu den Themen „Industrie 4.0.“ sowie „Energiewende und Dezentrale Energieversorgung in Deutschland“.

Wichtigste Ergebnisse der Gespräche über die weitere Ausgestaltung der Kooperation sind die Einbeziehung des Bereichs Energiesysteme, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in die Austauschaktivitäten, die geplante Zusammenarbeit in einem EU-geförderten Projekt, sowie mehrere Forschungs- und Gastdozentenaufenthalte. Ziele für die kommenden Jahre ist es auch, das Interesse von Reutlinger Studierenden an Aufenthalten in der Ukraine zu wecken.

 

Ohne finanzielle Unterstützung seitens der Hochschule Reutlingen mit Fördermitteln des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) sowie aus dem ERASMUS+-Programm der EU lassen sich viele der bilateralen Aktivitäten nicht realisieren. „Die außergewöhnliche Gastfreundschaft und Wertschätzung unserer ukrainischen Gastgeber ist auch Ausdruck für den Stellenwert der Partnerschaft mit der Hochschule Reutlingen in dieser wirtschaftlich und politisch schwierigen Phase, in der sich das Land derzeit befindet“, sagte Prof. Gruhler. In der Ukraine gäbe es sehr viele gut ausgebildete, ehrgeizige junge Menschen. Das Land verfüge über ein großes Potenzial für Investitionen westlicher Firmen, allerdings seien für eine positive wirtschaftliche Entwicklung stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen die Grundvoraussetzung, so Gruhler, der zusammen mit seinem Kollegen Prof. Sönmez sogar Gast in einer einstündigen Wissenschaftssendung im ukrainischen Regionalfernsehen war.