30.03.2017 | Kategorien TEC News

TECler räumen Preise ab für ihre Bachelor- und Master-Thesis

Im Interview: Markus Früh, Maschinenbau-Master, Otto-Johannsen-Preis

Von: tec/pr-krk, Kerstin R. Kindermann

An der Absolventenfeier der Hochschule Reutlingen, am Feitag, 24. März 2017, wurden alle Absolventen "go live" verabschiedet. Ihnen mit auf den Weg gegeben wurde unter anderem "der Mut anders zu sein" ... Anders sind auch die Studierenden, die als Beste ihres Jahrgangs abschneiden und dafür mit besonderen Preisen ausgezeichnet werden. In diesem Semester reihte sich ein Preis nach dem anderen für die Fakultät Technik.

Stellvertretend für alle Preisträger/innen interviewte Kerstin Kindermann den  Otto-Johannsen-Preisträger, Markus Früh. Er wurde an der Absolventenfeier für seine Master-Thesis vom Campus Reutlingen e. V. ausgezeichnet. Bettine Seng, die Geschäftsführerin des Fördervereins der Hochschule Reutlingen übergab ihm gerne das Preisgeld.

Im Anschluss finden Sie zusätzlich eine Auflistung aller TEC-Preisträger/innen und die Auszüge aus der Laudatio von Professor Dr. Stephan Seiter, in denen die einzelnen Arbeiten sehr gut beschrieben werden.

Wir gratulieren allen Absolventinnen und Absolventen, egal ob mit oder ohne Preis: Sie haben alle ein hervorragendes Bachelor- und Master-Ergebnis und das Beste daran ist, eine sichere Zukunft mit einem "Job in der Tasche" oder dem Master im Anschluß.

Im Interview: Otto-Johannsen-Preisträger der Robert Bosch GmbH, Markus Früh

Kindermann: Markus, ich bin immer wieder begeistert, wenn junge Menschen für Ihre Entwicklungs- und Forschungsarbeiten mit Preisen ausgezeichnet werden. Am meisten interessiert mich dabei, wie war Ihr Weg bis hierhin?

Markus Früh: Ich bin heute 26 Jahre und erstmal sehr glücklich über mein abgeschlossenes Studium und den Preis, den ich für meine Thesis erhalten habe. Für das Studium Maschinenbau habe ich mich entschieden, da ich schon immer eine Affinität für Technik hatte und mir Fächer wie Mathematik und Physik in der Schule am besten lagen. In meiner Freizeit begeistere ich mich für handwerkliche Tätigkeiten in verschiedensten Formen, Mikrocontroller und das Produzieren von Musik.

Kindermann: Was hat Sie ausgerechnet nach Reutlingen geführt? Die Nähe zu Ihrem Wohnort Lichtenstein?

Markus Früh: Ein bisschen auch, weil ich gerne hier in meiner Heimat lebe. Meinen Bachelor in Maschinenbau habe ich an der Hochschule Ravensburg-Weingarten gemacht. Nachdem ich bei Bosch in Reutlingen meine Bachelorthesis gemacht hatte, habe ich mich dazu entschlossen meinen Master zu machen. Meine Wahl fiel auf die Hochschule Reutlingen, da ich gerne in der Gegend bleiben wollte und die Hochschule einen guten Ruf genießt.

Kindermann: Wie kommt man für seine Thesis auf das Thema: "Die Modellierung von Feuchtetransport in Kunststoffen für die Automobil-Industrie"?

Markus Früh: Durch die spannende Vorlesung "numerische Strukturmechanik" bei Professor Lauxmann wurde meine Neugier für dieses Thema und die damit verbundene Modellierung und Simulation von physikalischen Prozessen geweckt. Die Arbeit verschaffte mir spannende Einblicke in den praktischen Einsatz von Simulationen und in das Thema Feuchtigkeit und ermöglichte mir das Erlernen verschiedenster Software. Hinzu kam, dass ich diese Master-Thesis dann wieder mit der Firma Bosch umsetzen konnte.

Kindermann: Professor Lauxmann, was sagen Sie zu dem Preis und der Leistung Ihres Masterstudenten?

Lauxmann: Markus Früh hat sich mit großer Begeisterung schon vor dem eigentlichen Start der Masterarbeit in die Thematik eingearbeitet und ist seine Arbeit mit viel Elan, großer Effizienz und Schnelligkeit angegangen - das war wirklich schön zu sehen. Die Arbeit selbst liefert wesentliche Beiträge für das fundamentale Verständnis von Feuchteeinflüssen in Elektroniksteuergeräten und schafft eine solide Grundlage für die feuchterobuste Produktauslegung zukünftiger Neuentwicklungen.

Kindermann: Was sagen Sie selber zu Ihrem Preis?

Markus Früh: Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und die Bestätigung meiner Arbeit, welche nur durch die tolle Betreuung durch Prfoessor Lauxmann seitens der Hochschule und Daniel König und Daniel Markus seitens Bosch möglich war.

Kindermann: Haben Sie schon eine Idee, was Sie mit Ihrem Preisgeld machen werden?

Markus Früh: Das Preisgeld wird vermutlich in die Finanzierung kleinerer privater Projekte wie den Bau eines Esstisches und Autoreparaturen fließen.

Kindermann: Und wie geht es beruflich mit dem Master in der Tache jetzt bei Ihnen weiter?

Markus Früh: Im Moment befinde ich mich in Bewerbungsprozessen und hoffe demnächst eine passende Stelle im Bereich der Konstruktion oder mechanischen Simulation zu finden.

Kindermann: Danke für das Interview und wir wünschen weiterhin alles Gute und großen Erfolg!

Über den Otto-Johannsen-Preis: Seit 1980 zeichnet der Förderverein Campus Reutlingen besonders herausragende Abschlussarbeiten mit dem Otto-Johannsen-Preis aus. Pro Semester erhalten jeweils zwei Preisträger insgesamt 1.500,00 Euro für ihre Bachelor- bzw. Masterarbeit. Eine Jury aus Professoren sowie Mitgliedern vom Vereinsvorstand wählt die Arbeiten aus – wichtigste Kriterien dabei: Es müssen innovative Ideen mit einem möglichst hohen Praxisbezug erforscht und dargestellt werden.

 

Alle weiteren Preise und Auszeichnungen für die Absolventen der Fakultät Technik:

1. Bosch – Preis

Preisträgerin:  Sabrina Ulmer

Studiengang: Mechatronik, Bachelor

Preisgeld: € 750,--

Der Preis wird übergeben vo:  Dr. Klaus Harms, Robert Bosch GmbH Reutlingen

"Sabine Ulmer erhält den Preis für ihre hervorragenden Leistungen im Rahmen ihres Bachelorstudiums der Mechatronik sowie für ihre hervorragende Bachelorarbeit mit dem Titel: „FPGA-basierte Regelung eines bürstenlosen Gleichstrommotors.

In dieser Arbeit untersuchte Frau Ulmer unterschiedliche mathematische Modelle zu einer geeigneten Beschreibung eines bürstenlosen Gleichstrommotors in Abhängigkeit vom gewählten Messzeitpunkt des Motorstroms. Ebenso untersuchte sie die unterschiedlichen Varianten zur Implementierung eines zeitdiskreten Stromreglers. Auf der Basis dieser theoretischen Untersuchungen entwickelte sie systematisch das Regelungssystem und bettete dieses in einem sogenannten FPGA (Field Programmable Gate Array) ein.

 

2. Frank Goltermann Preis

Preisträger: Johannes Kopp (Semesterbester mit der Note 1,0)

Studiengang: Mechatronik    

Preisgeld beträgt € 750,--     

 

3. GO-OUT Stipendium des Lions Club

Stipendiat: Maximilian Ochs

Studiengang: Mechatronik (MSc), Fakultät Technik

Das Stipendium steht für ein Auslandsprojekt aus den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen der Hochschule Reutlingen.  Maximilian Ochs zeigte sehr gute Studienleistungen im Bachelor- und Masterstudium Mechatronik mit jeweils der Note 1,6.

Seine umfassenden praktischen Erfahrungen konnte er bei der Manz AG in Reutlingen sammeln.

Das einzige noch fehlende Mosaikteilchen für eine zukünftige erfolgreiche Berufskarriere ist das bereits aufgenommene Auslandsstudium.

Das Stipendium beträgt € 2.000,--

Der Preis wird gestiftet von: Wolfgang Mierzwa sowie Prof. Dr. Bernd Thomas vom Lions Club, Reutlingen

 

4. Otto-Johannsen-Preis – Master-Thesis

Die Otto Johannsen Preise (Bachelor und Master) werden ausgelobt vom Hochschulförderverein Campus Reutlingen e.V. für herausragende Abschlussarbeiten.

Der Preis für die beste Master-Thesis geht an:  Markus Früh (Fakultät Technik) (Note: 1,0)

Seine Masterarbeit mit dem Titel „Modelling of Moisture Diffusion in Plastic Materials for the Automobile Industry“ wurde bei der Firma Bosch im Werk Kusterdingen im Bereich „Lenkungssteuergeräte“ erstellt. Die Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von feuchte-induzierten Ausfällen in Steuergeräten dar.

Im Rahmen der Arbeit entstand zusätzlich ein in englischer Sprache verfasstes Kompendium, welches den aktuellen Wissensstand der Firma Bosch zum Thema Feuchte widerspiegelt und einem unbedarften Nutzer (Konstrukteur/Zuverlässigkeitsingenieur) das Hintergrundwissen und die Bedienung der Simulationsumgebung erklärt. Das Feuchte-Kompendium wurde in der Bosch-Fachdatenbank hinterlegt.

Preisgeld: € 1.000,--  

Der Preis wird übergeben von  Bettine Seng, Geschäftsführerin des Fördervereins Campus e.V.

 

5. VDE - Preis

Preisträger: Philipp Lamprecht

Der VDE vergibt diesen Preis für exzellente Leistungen im rbz-Masterstudiengang Leistungs- und Mikroelektronik. Herr Lamprecht hat dieses Studium mit 1,3 als Jahrgangsbester abgeschlossen.

In seiner Masterthesis hat sich Herr Lamprecht mit einem Forschungsthema aus dem Bereich der Entwurfsautomatisierung beschäftigt. Ihm ist dabei ein Konzeptnachweis gelungen, dass die analoge Schaltungsentwicklung grundsätzlich in einer domänenspezifischen Sprache beschreibbar ist.

Auf dieser Grundlage entsteht am rbz nun eine Doktorarbeit zur Entwicklung einer solchen Sprache.

Preisgeld: € 500,--                                                          

Der Preis wird übergeben von  Prof. Dr.-Ing. Reinhard Riekeles, VDE-Bezirksvorsitzender