30.05.2017 | Kategorien TEC News

Bundesweit führend: Wirtschaftsingenieurs-Studium an der Hochschule Reutlingen

IP-Studiengangsleiter Professor Jochen Brune mit den IP Studierenden Pascal Schmidt und Jessica Klein am IP Plane der Fakultät Technik - ein Projekt eines der besten Studiengänge für Wirtschaftsingenieure laut dem CHE Ranking 2017.
IP-Studiengangsleiter Professor Jochen Brune mit den IP Studierenden Pascal Schmidt und Jessica Klein am IP Plane der Fakultät Technik - ein Projekt eines der besten Studiengänge für Wirtschaftsingenieure laut dem CHE Ranking 2017. Foto: Hochschule Reutlingen/Johannes Müller

Von: tec/pr-krk, Johannes Müller

Der Wirtschaftsingenieur-Studiengang „International Project Engineering“ der Hochschule Reutlingen belegte im CHE-Ranking Spitzenplatzierungen in allen erhobenen Einzelkategorien. Das gelang keinem anderen Wirtschaftsingenieur-Studiengang an einer deutschen Hochschule oder Universität. Was den Studiengang ausmacht, erzählen zwei Studierende: eine internationale Ausrichtung mit Projektorientierung, Praxisnähe, kleine Gruppen und ein hohes Engagement von Dozenten und Studierenden.

Die Leistung eines Teams führt zum gemeinsamen Projekterfolg. Das hat Jessica Klein schon früh im Studium gelernt. Die 21-Jährige studiert im 6. Semester International Projekt Engineering – kurz: IP – an der Hochschule Reutlingen. Als festen Bestandteil des Studiums baut sie mit ihren Kommilitonen ein zweisitziges Motorflugzeug, das aktuell kurz vor seiner Zulassung steht. „Ich habe mich schon immer für Technik interessiert“, erzählt die junge Frau im Flugzeug-Hangar. Sie hat vor allem die Verbindung von Technik, BWL und Internationalität überzeugt. Initiator des Flugzeug-Projekts ist Jochen Brune. Der Professor und Studiengangsleiter ist selbst begeisterter Privatpilot und vermittelt den Studierenden mit dem Flugzeugbau vor allem praktische Erfahrung im Projektmanagement. „Das Flugzeug besteht aus 30.000 Teilen und ist ein ausgesprochen anspruchsvolles Projekt, das nach industriellen Maßstäben durchgeführt wird“, erklärt Brune. Am Projekt arbeitet inzwischen die achte Gruppe, die jeweils ein Semester am Flugzeug schraubt.

Projekte hat der Studiengang als neue Herausforderung erkannt: „Rund ein Drittel des Welt-Bruttoinlandsprodukts wird in Projekten geschaffen“, unterstreicht Brune die Bedeutung internationaler Projekte. Auf diesen speziellen Fachkräftebedarf hin wurde der Studiengang International Project Engineering an der Hochschule Reutlingen neu konzipiert und vor sieben Jahren ins Leben gerufen. Seither werden im Durchschnitt 36 Studierende pro Semester zugelassen. Um die angehenden Wirtschaftsingenieure ideal auf internationale Projekte vorzubereiten, stehen auf dem Studienplan jeweils circa 50 Prozent ingenieurwissenschaftliche Inhalte sowie nahezu ebenso viele aus dem Bereich Betriebswirtschaftslehre und Projektmanagement. Hinzu kommt Unterricht in Englisch sowie einer weiteren Fremdsprache. Rund die Hälfte der Fachveranstaltungen findet in englischer Sprache statt, um ideal auf das internationale Umfeld vorzubereiten. „Mich hat das vorgeschriebene Auslandspraktikum begeistert“, erzählt Jessica Klein. „Das ist selten Teil des Studiums.“ Die internationale Ausrichtung trägt bestimmt auch dazu bei, dass der Ingenieurs-Studiengang bei jungen Frauen sehr beliebt ist: Mit mehr als 30 Prozent Frauenanteil bricht der Studiengang Rekorde.

„Wir profitieren von der leistungsstarken Fakultät Technik mit ihren zahlreichen, hervorragend ausgestatteten Laboren“, nennt Brune einen Erfolgsfaktor. Ein anderer Erfolgsfaktor sind die engen Industriekontakte, die die Professoren aus ihrer Zeit in der Industrie pflegen und im Industriebeirat der Fakultät zur ständigen Weiterentwicklung der Lehrinhalte institutionalisiert haben. Doch entscheidend für eine gute Lehre ist für Brune „die Kultur des Engagements“. Diese ist geprägt von motivierten und engagierten Dozenten und Studierenden, die in kleinen Gruppen lernen, gemeinsam Projekte gestalten und einen guten persönlichen Kontakt untereinander haben.

Den persönlichen Kontakt unterstützt der studentische Verein des Studiengangs, der VIP Verein. Er fördert semesterübergreifende Projekte wie IP TV – die eigene Videoproduktion des Studiengangs – und die Caipi Night, eine studentische Feier mit über 1000 Gästen, bei der die Studierenden das erste Mal im Studium Projektverantwortung übernehmen.  Das sind Projekte, durch die die angehenden Ingenieure nicht nur im Projektmanagement Routine gewinnen. „Neben dem fachlichen Wissen ermöglichen die Projekte auch persönliches Wachstum“, erzählt Pascal Schmidt, der im 5. Semester International Project Engineering studiert. „Es lohnt sich, die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen, um sich gut ins Team einzubringen.“ Die Projektleitung, die für viele nach dem Abschluss folgt, übt der 23-Jährige schon im Studium: Er ist Projektleiter des aktuellen Flugzeugbau-Teams. Für den Berufseinstieg, der ihm bald bevorsteht, sieht er sich gut gewappnet: „Wir bringen viel praktische Projekterfahrung mit, was bei künftigen Arbeitgebern gut ankommt“, so Pascal Schmid. „Doch häufig kennen die Personaler International Project Engineering noch nicht.“

Der Studiengang greift mit seiner Ausrichtung die Stärken der gesamten Hochschule auf: „Praxis- und Zukunftsorientierung sowie Internationalität zeichnen die gesamte Hochschule Reutlingen aus“, kommentiert Prof. Harald Dallmann, Vizepräsident Lehre. Möglich sei dies durch die Kultur des Miteinanders an einer Hochschule, die für den anderen mitdenkt. „Unsere Strategie ist bei dem Studiengang vorbildlich aufgegangen, auch dank der Unterstützung des Wissenschaftsministeriums in Stuttgart im Rahmen des Bachelorausbauprogramms 2012.“ Die Frage, wie es nach der Auszeichnung weitergeht, beantwortet Brune nüchtern: „Die Auszeichnung ist für uns Ansporn, auf unserem Weg konsequent weiterzugehen.“ Die Studierendenzahlen erhöhen? Für ihn keine Option. „Der persönliche Kontakt und das Studium in kleinen Gruppen macht den Studiengang IP doch gerade so attraktiv.“