30.01.2018 | Kategorien TEC News

„Auszeichnung für die angewandte Forschung“

Hochschule Reutlingen ist neues Mitglied der European University Association

Als "Ritterschlag für die Forschung" bezeichnet Vizepräsident Prof. Dr. Gerhard Gruhler die neue Mitgliedschaft. Foto: Hochschule Reutlingen/Scheuring

Von: tec/pr-krk, Johannes Müller

Die Aufnahme in die Vereinigung europäischer Forschungsuniversitäten ist eine besondere Anerkennung für die Hochschule Reutlingen, erklärt Vizepräsident Prof. Dr. Gerhard Gruhler. Die Mitgliedschaft bringt neue Einflussmöglichkeiten und verbessert die Kooperations­möglichkeiten in Europa.

„Die Aufnahmekriterien sind sehr hoch und wir freuen uns diesen als Hochschule für angewandte Wissenschaften entsprochen zu haben“, erklärt Prof. Dr. Gerhard Gruhler. Von der Mitgliedschaft erhofft er sich, die Forschungsaktivitäten zu intensivieren und Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten auszubauen. „Die Forschung hat positive Effekte auf die gesamte Hochschule, sie verbessert beispielsweise die Ausstattung unserer Labore“, so der Vizepräsident Forschung.

Die neue Mitgliedschaft ermöglicht einen direkteren Draht nach Brüssel, wo die Vereinigung ihren Hauptsitz hat. Dort repräsentiert sie wichtige Universitäten aus 47 europäischen Staaten und hat großen Einfluss auf die Hochschulpolitik in Europa, insbesondere auf die Förderpolitik. „Für Mitglieder ist sie Ansprechpartnerin in aktuellen politischen und rechtlichen Fragen“, erläutert Gruhler. Zugleich sei sie eine Quelle, um bei großen Trends am Ball zu bleiben. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet die Vereinigung Weiterbildungen, zum Beispiel in Form von Webinaren – Seminaren, zu denen sich Dozent und Teilnehmer über das Internet verbinden. „Veranstaltungen mit Netzwerkcharakter verbessern unseren Zugang zur internationalen wissenschaftlichen Community.“

Für die Aufnahme war die Forschungsstärke entscheidend. „Wir mussten unsere Forschungsleistung über mehrere Jahre detail­liert aufzeigen“, berichtet Gruhler. Dabei sei es um Projekte, Drittmittel, die Zahl wissenschaftlicher Mitarbeitenden, Doktoranden und forschender Professoren sowie Forschungsergebnisse gegangen. „Bei der Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen waren wir bei der letzten Erhebung füh­rend unter allen 21 Hochschulen in Baden-Württemberg.“

Beispiele aktueller Forschungsthemen an der Hochschule Reutlingen sind: Energiefragen, neue textile Materialien mit integrierter Elektronik, optische Prozesskontrolle, Digitalisierung der Produktion und weit darüber hinaus, Biomaterialien und Medizininformatik, 3-D-Druck und -Visualisierung, Elektronik für Elektromobilität und Energiewandlung. Zum Beispiel bringt es einen enormen Fortschritt, während einer laufenden Operation Krebszellen und gesunde Zellen allein durch optische Auswertung sicher unterscheiden zu können. Den Herausforderungen immenser Energieschwankungen im Netz durch Wind- und Sonnenenergie begegnet das virtuelle Kraftwerk Neckar-Alb: Eine Reihe von Energiequellen, -verbrauchern und -speichern ist mit einer intelligenten Steuerung verbunden und geht als Kooperationsprojekt mit externen Partnern im Frühjahr 2018 ans Netz. „Man sieht: Die Hochschule forscht anwendungsbezogen“, resümiert Gruhler. „Wenn sich die Region und die Welt durch das, was unsere Forscher tun, positiv verändert – dann sind wir begeistert.“