01.04.2016 | News

Reutlinger Modell – die praxis-duale Ausbildung mit Hochschulstudium

Von: tec/pr-krk, Kerstin R. Kindermann

Bewerben beim Unternehmen, studieren an der Hochschule, lernen an der Steinbeis-Schule

Jetzt ist es wieder soweit – die Hörsäle füllen sich mit den Erstsemestern. Die Schüler und Schülerinnen haben ihre Entscheidung getroffen und freuen sich auf einen wichtigen neuen Lebensabschnitt. Doch wie entscheidet man sich für das richtige Studium, woher bekommt man die Informationen? Eine Möglichkeit ist zum Beispiel der Live-Auftritt von Studiengangs-Botschaftern, die in Schulen aus ihrem Studienleben berichten.

Einer der Botschafter der Hochschule Reutlingen für die Fakultät Technik ist Bosse Krasky.  Er studiert Maschinenbau im „Reutlinger Modell“ und ist jetzt in seinem dritten Semester. Ende Februar stand er den Schülern der Gewerbeschule Metzingen Rede und Antwort.

Die 14jährige Sofia Vogel aus der neunten Klasse interessiert sich für Technik und Ingenieurberufe. Im Büro arbeiten möchte sie nach der Schule nicht, da sie mehr praxisbezogen arbeiten wolle. „Der Vortrag über das Reutlinger Modell ist sehr hilfreich für mich. Denn er zeigt die Vielfältigkeit, die es in technischen Berufen gibt und vor allem, dass Ingenieurberufe keine typischen Männerberufe sind!“, so Sofia Vogel. Sie wusste davor nicht genau, was Industriemechaniker oder Maschinenbauingenieure machen und wie man das werden kann. Jetzt ist sie über die Berufschancen und Voraussetzungen informiert.

Gut fand sie auch, dass ein Student von der Hochschule Reutlingen die Hochschule vorstellt und von seinen Erfahrungen berichtet. Maschinenbau war für Bosse Krasky nur Plan B – „falls es mit der Bundeswehr nicht klappt“. Doch dann kam alles anders. So wie er heute die Schüler und Schülerinnen über seinen Werdegang informiert, ging es ihm vor ein paar Jahren selber: „Durch die Teilnahme an einem Projekt am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Metzingen hörte ich das erste Mal vom Reutlinger Modell und damalige Arbeitgeber empfahlen ein Duales Studium. Weil mir die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis gefällt und sich Inhalte aus Berufsschule und Betrieb mit Inhalten im Studium überschneiden, ist das eine einmalige Chance, sich als junger Mensch zu beweisen, wenn man engagiert ist,“ so Krasky. Die Vorlesungen „mache man dann nebenher“, weil sie Spaß machten und die richtige Theoriegrundlage für die praktische Arbeit im Unternehmen seien und durch gute schulische Leistungen werde eine standardmäßige Lehrzeitverkürzung möglich. „Mit dem Werkstudentenvertrag lässt sich als Studierender auch leichter der Lebensunterhalt bestreiten und die nötige Zeit fürs Lernen aufbringen“, so der Werkstudent.

Beim Reutlinger Modell macht man in zwei Jahren eine Ausbildung zum Industriemechaniker/ Mechatroniker. Diese Facharbeiterausbildung wird kombiniert mit dem Bachelor-Studium an der Hochschule Reutlingen in den Studiengängen Maschinenbau oder Mechatronik. Unternehmen aus der Region schließen mit den Studierenden einen Ausbildungsvertrag und einen Studienrahmenvertrag ab. Für die Ausbildung geht man an die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Reutlingen, zum Studieren an die Hochschule und den dritten Teil verbringt man mit sehr viel Praxis im Unternehmen selbst.

Bosse Krasky studiert das Reutlinger Modell bei der KION Warehouse Systems GmbH. Eines der größten Unternehmen für das Reutlinger Modell im Maschinenbau. Krasky gefalle besonders die große Konstruktionsabteilung - zweigeteilt in Serien- und Auftragskonstruktion, weil man hier einen Bezug zum Produkt entwickeln könne und tagtäglich erfahre, wie sich eine spätere Anstellung als Ingenieur anfühle. Er ist bereits der 15 Studierende, der bei KION das Reutlinger Modell durchläuft – was für die geniale Mischung aus Praxis und Lehre und die zuverlässige und hohe Bildung und das Engagement der Reutlinger „Modell-Studierenden“ spricht.

Das Reutlinger Modell bietet den jungen Menschen gute Chancen am Arbeitsmarkt aufgrund bestehender intensiver Firmenpartnerschaften. Die Studierenden erhalten zwei anerkannte Abschlüsse und sind durch eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein Studium doppelt abgesichert. Man lernt in einer Klasse und diese Gemeinschaft wird von jungen Menschen oft als angenehm empfunden: „Die Klassengemeinschaft erleichtert den Start ins Studium, wir müssen uns keine Sorgen um die Studienfinanzierung machen und dafür nehmen wir die höhere Belastung gerne in Kauf“, so das Urteil der Absolventen, die einen wesentlich leichteren und gesicherteren Berufseinstieg haben. Für wen eignet sich das Reutlinger Modell? Krasky meint, „für zielstrebige und selbstständige Abiturienten/-innen mit Durchhaltevermögen und hoher Lernbereitschaft.“ Gute Noten in Mathematik und Physik, technisches Interesse und ein gutes Abitur oder eine Fachholschulreife und dann kann man jährlich im September mit der Ausbildung starten. Dazu sollte man seine Bewerbungsunterlagen ein Jahr vorher beim Partnerunternehmen einreichen und sich bis zum 15. Januar an der Hochschule Reutlingen bewerben.

Eine gute Informationsmöglichkeit sind auch die Studieninfotage an den Hochschulen – der nächste an der Hochschule Reutlingen ist am 23. April – um mit Studierenden und Professoren in Kontakt zu kommen und sich bei Führungen und Vorträgen ein Bild von der Hochschule und dem Studium zu machen.