Warum es sich immer noch lohnt, TECHNIK in Reutlingen zu studieren

Die Semesterbesten der Fakultät Technik im Sommersemester 2026.
Ausgezeichnete Studienleistungen, innovative Ideen und echte Lösungen für die Industrie: Die Graduierungsfeier der Hochschule Reutlingen hat einmal mehr gezeigt, was in unseren Studierenden steckt.
Gleich mehrere Auszeichnungen gingen an Nachwuchstalente aus dem technischen Bereich. Doch was macht ein Technikstudium in Reutlingen so besonders? Ein Blick auf die Leistungen unserer Absolventinnen und Absolventen liefert überzeugende Antworten.
Dass unsere Studiengänge zu den besten Deutschlands zählen, zeigt bereits ein Blick in das CHE-Ranking. Dass hinter diesen Erfolgen vor allem engagierte, kreative und fachlich starke Studierende stehen, beweisen die zahlreichen Auszeichnungen: Gleich zwei Nachhaltigkeitspreise der Hochschule Reutlingen gingen an Louis Schmid für die beste Bachelorarbeit und an Maximilian König für die zweitbeste Masterarbeit. Marco Wick wickelte das Publikum mit seinem mitreißenden Science Slam dann vollends ein.
Und dann ist da noch Anton Storch, der mit seiner Bachelorarbeit gezeigt hat, wie aus einer technischen Fragestellung eine innovative Lösung für die industrielle Praxis werden kann. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, was seine Forschung so besonders macht, wie eng Hochschule und Industrie zusammenarbeiten und warum sich ein Technikstudium lohnt.
Interview mit Anton Storch: Von der Forschung zur Innovation
Anton, deine Bachelorarbeit trägt den Titel „Entwicklung und Analyse gelaserter geometrischer Schneidenteile an Zerspanungswerkzeugen“. Was genau steckt dahinter?
Bei der Bearbeitung anspruchsvoller Werkstoffe wie Titan, Edelstahl oder speziellen Aluminiumlegierungen entstehen insbesondere bei der Innenbearbeitung häufig lange Band- und Wirrspäne. Diese können sich im Werkstückinneren verfangen, Werkzeuge beschädigen und im schlimmsten Fall teure Prozessunterbrechungen verursachen.
In meiner Bachelorarbeit habe ich mich deshalb mit der Entwicklung spezieller Mikrogeometrien an Hartmetall-Zerspanungswerkzeugen beschäftigt. Diese Geometrien werden mithilfe eines Lasers präzise bis an die Schneidkante eingebracht. Ihr Ziel ist es, die Späne gezielt umzulenken und kontrolliert zu brechen, sodass sie sich nicht unkontrolliert verknäueln.
Die entwickelten Geometrien habe ich konstruiert und anschließend in Zerspanungsversuchen an der Hochschule Reutlingen untersucht. Die Ergebnisse waren vielversprechend: Im Vergleich zu konventionellen Standardgeometrien ließ sich die Spanbildung deutlich besser kontrollieren, ohne die Prozesskräfte zu erhöhen. Das schafft die Grundlage für höhere Prozesssicherheit, längere Werkzeugstandzeiten und eine wirtschaftlichere Fertigung.
Was hat dich an diesem Thema besonders gereizt?
Ich habe mein Praxissemester bei der SIMTEK Präzisionswerkzeuge GmbH in der Konstruktion absolviert und war anschließend dort als Werkstudent in der Konstruktion und Softwareentwicklung tätig. Dadurch bot sich mir die Möglichkeit, auch meine Abschlussarbeit im Unternehmen zu schreiben.
Das Thema durfte ich selbst wählen. Meine Entscheidung fiel auf die laserbasierten Werkzeuggeometrien – einen Bereich, von dem ich zwar schon viel gehört hatte, mit dem ich bis dahin aber nur wenige Berührungspunkte hatte.
Besonders spannend fand ich die Möglichkeit, ein konkretes Industrieproblem ganzheitlich zu bearbeiten: von der Entwicklung und Konstruktion über die praktische Durchführung der Versuche bis hin zur detaillierten Analyse der Ergebnisse. So konnte ich nicht nur mein technisches Wissen vertiefen, sondern auch selbst einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer industriellen Anwendung leisten.
Was macht deine Arbeit besonders, und welchen konkreten Nutzen hat sie für die Industrie?
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die enge Zusammenarbeit zwischen der angewandten Forschung an der Hochschule Reutlingen und der fachlichen Expertise von SIMTEK Präzisionswerkzeuge. Diese Kooperation hat die Arbeit in diesem Umfang überhaupt erst ermöglicht.
Der praktische Nutzen liegt vor allem darin, anspruchsvolle Fertigungsprozesse zuverlässiger und wirtschaftlicher zu gestalten. Die Anforderungen an Werkstoffe, Oberflächenqualität und automatisierte Produktionsabläufe steigen kontinuierlich. Eine zuverlässige Spanbeherrschung wird dadurch immer wichtiger.
Die entwickelten Geometrien können dazu beitragen, Werkzeugbeschädigungen, Prozessunterbrechungen und Ausschuss zu reduzieren. Das spart Zeit und Kosten und unterstützt die wirtschaftliche Serienfertigung komplexer Präzisionsbauteile – beispielsweise für anspruchsvolle Anwendungen in der Medizintechnik oder der Luft- und Raumfahrt.
Darüber hinaus konnte ich auf Basis der Versuchsergebnisse weiteres Optimierungspotenzial für die gelaserten Werkzeuggeometrien ableiten und dokumentieren.
Wer hat dich bei deiner Bachelorarbeit begleitet?
Betreut wurde meine Bachelorarbeit von Prof. Dr.-Ing. Paul Helmut Nebeling an der Hochschule Reutlingen. Zweitprüferin war Nadine Glückler-Ke von der SIMTEK Präzisionswerkzeuge GmbH. Auf Unternehmensseite wurde ich außerdem von Alexander Seifermann, Bereichsleiter Technische Entwicklung, begleitet.
Die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Unternehmen war für mich besonders wertvoll, weil ich wissenschaftliche Methoden mit den Anforderungen der industriellen Praxis verbinden konnte.
Technik studieren in Reutlingen: Wissen, das etwas bewegt
Anton Storchs Bachelorarbeit steht stellvertretend für das, was ein technisches Studium auszeichnet: komplexe Probleme verstehen, eigene Lösungen entwickeln und diese unter realen Bedingungen überprüfen. Wenn daraus Ansätze entstehen, die industrielle Prozesse sicherer und wirtschaftlicher machen können, wird deutlich, wie unmittelbar Technik unseren Alltag und unsere Zukunft beeinflusst.
Die zahlreichen Auszeichnungen bei der Graduierungsfeier zeigen, dass unsere Studierenden nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch mit Eigeninitiative, Kreativität und Engagement wichtige Impulse setzen.
Unser Fazit: Wer Technik studiert, gestaltet Zukunft. Und wer in Reutlingen studiert, findet dafür ein Umfeld, in dem wissenschaftliche Qualität, persönliche Leistung und die Zusammenarbeit mit der Industrie zusammenkommen.










